Bar-Kriterien

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer fremden Stadt und haben große Lust auf einen wohlschmeckenden Espresso. Nur wohin? Starbucks? Bloß nicht! Einfach in irgendeine Bar? Da kann die Enttäuschung auch groß sein. Ich habe diese Situation schon häufig erlebt und achte deshalb schon automatisch auf ein paar Dinge, bevor ich beim Barmann (oder Frau) einen Espresso bestelle. Das erhöht die Chance, das Café mit angeregten Geschmacksnerven wieder zu verlassen, ungemein.

Equipment

Hinter der Bar muss eine Siebträgermaschine mit separater Mühle stehen. Befindet sich an der Stelle ein Kaffee-Vollautomat, d.h. Maschine, Mühle und Milchaufschäumer in einem, gehen Sie besser wieder, denn Sie müssen sonst etwas trinken, dass die Bezeichnung Espresso nicht verdient.

Tassen

Es mag verrückt klingen, aber die Tassen spielen beim Espresso eine große Rolle. Die ideale Espresso-Tasse ist aus Porzellan, dickwandig und hat eine konisch zulaufende Form. Designer-Tassen und solche die es gerne wären, sind leider oft ein Indiz für schlechten Caffé. Einen guten Bordeaux trinkt man ja auch nicht aus einem Wasserglas.

Espresso

Der perfekte Espresso sollte in einem dickflüssigen, öligen Strahl aus dem Siebträger blubbern und am Ende eine wunderbare, haselnussbraune Crema bilden. Das Ganze sollte ca. 25-30 Sekunden dauern. Alles weit darunter oder darüber ergibt garantiert einen weniger gutschmeckenden Espresso. Läuft der Kaffee zu schnell aus der Maschine ist die Crema sehr hell und dünn. Der Espresso ist unterextrahiert und stark Säurehaltig. Ist der Strahl sehr dünn und dunkel, ist meist der Mahlgrad zu fein und das Ergebnis sehr bitter. Der perfekte Espresso ist insgesamt von cremiger Konsistenz und der Zucker hält sich erst einige Sekunden, bevor er in der wohlschmeckenden Flüssigkeit versinkt.

Auch eine leere Tasse verrät einiges über die Qualität des zuvor noch vorhandenen Getränks. Ein von professioneller Hand gemachter Espresso hinterlässt deutliche Spuren in der Tasse.  Sind kaum Rückstände zu erkennen, verheißt das nichts meist Gutes. Kleben jedoch dunkle Caffé-Reste an der Innenseite der Tasse, steigt die Vorfreude!

Espresso-Sorten

Leider lässt sich an den verwendeten Bohnen nicht immer die Qualität des Endproduktes festmachen. Vielmehr hat der Barista es in der Hand, daraus das Bestmögliche zu machen. So schmeckt ein perfekt gebrühter Allerwelts-Espresso von Lavazza oder Segafredo immer noch besser, als ein nachlässig fabrizierter Top-Caffé von Hausbrandt oder Nannini. Wie auch immer, ich bevorzuge Bars die mit hochwertigen Espresso-Mischungen arbeiten, da die Wahrscheinlichkeit hier deutlich höher ist, auf einen echten Barista zu treffen.

z.B.: Musetti, Mokambo, A.Nannini, Mokaflor, Mauro, Lucaffé, Illy, Hausbrandt, New York, Danesi, Molinari, Valentino, O´Caffé, Maresca Caffé, Bonomi, Perlanera, Manaresi,  Benvenuto Caffe d’Italia, Covim Grandi Caffé, Caffé Hardy, Caffé La Brasiliana, Caffé Haiti Roma….